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Zwei-plus-Vier-Vertrag

Die Herstellung der Deutschen Einheit wäre ohne die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen nicht möglich gewesen, und ohne sie wäre Deutschland womöglich heute kein souveräner Staat. Zugleich war die Überwindung der Jalta-Nachkriegsordnung die Voraussetzung für das neue Europa. Die Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ hat deshalb anlässlich des 30. Jubiläums des Zwei-plus-Vier-Vertrags am 12. September 2020 den internationalen Kontext der Deutschen Einheit thematisiert. Gleichzeitig sollte diskutiert werden, vor welchen Herausforderungen Europa heute steht.

Paneldiskussionen zum Zwei-plus-Vier-Vertrag

Kernelement des Meilensteins 12. September waren drei Paneldiskussionen, die rund um den Jahrestag des Zwei-plus-Vier-Vertrags in Berlin aufgezeichnet und von den Fernsehsendern phoenix, ARD-alpha und Deutsche Welle jeweils ausgestrahlt wurden. Im Historischen Saal der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, dem Weltsaal im Auswärtigen Amt sowie im Bundespresseamt trafen Persönlichkeiten aus Politik, Diplomatie, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Sie diskutierten über den historischen Kontext des Vertragswerks, dessen Auswirkungen auf den Europäischen Integrationsprozess sowie über die zentrale Frage, wie sich die besondere Bedeutung der damaligen Ereignisse auch für kommende Generationen anschaulich und nachhaltig vermitteln ließe.

 

Die damaligen Großmächte standen angesichts der Umbruchssituation 1989/90 vor einer historischen Herausforderung und haben diese mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag zu einer guten Lösung geführt.
Warum und wie kam innerhalb so kurzer Zeit ein so weitreichender Vertragsabschluss im Sinne der Sache zustande? Was waren die historischen Umstände? Was bedeutete dies für Europa?

Panelbesetzung:

Dr. Thomas de Maizière (DE)

Dr. Thomas de Maizière, MdB geb. 1954 in Bonn. Dr. Thomas de Maizière ist MdB der CDU/CSU-Fraktion für den Wahlkreis Meißen und Mitglied der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“. Von 2009 bis 2011 und 2013 bis 2018 war er Bundesminister des Innern und von 2011 bis 2013 Bundesverteidigungsminister. 1990 war Herr Dr. de Maizière Mitglied der Verhandlungsdelegation für den deutschen Einigungsvertrag. Anschließend wurde er in Mecklenburg-Vorpommern Staatssekretär im Kultusministerium, Chef der Staatskanzlei und anschließend in Sachsen Chef der Staatskanzlei, Finanz-, Justiz- und Innenminister, bis er 2005 Chef des Bundeskanzleramts wurde.
Bild: Thomas de Maizière

Anne-Marie Descôtes (FR)

geb. 1959 in Lyon. Anne-Marie Descôtes ist französische Diplomatin und seit 2017 Botschafterin der Französischen Republik in der Bundesrepublik Deutschland. Von 1987 bis 1990 arbeitete Anne-Marie Descôtes als Kulturattachée in der französischen Botschaft in Bonn. Anschließend wurde sie ins Außenministerium berufen und war dort von 1994 bis 1997 in der Abteilung für europäische Zusammenarbeit tätig, bevor sie Fachberaterin im persönlichen Beraterstab des Ministers für europäische Angelegenheiten, Pierre Moscovici, wurde. Von 2001 bis 2005 war sie Fachberaterin bei der Ständigen Vertretung Frankreichs bei der Europäischen Union in Brüssel. Sie war Beraterin für Europafragen und die ehemalige UdSSR in Washington und anschließend, von 2008 bis 2013, Direktorin der Agentur für das französische Auslandsschulwesen (AEFE). Vor ihrer Ernennung zur französischen Botschafterin in Berlin war Anne-Marie Descôtes Leiterin der Generalabteilung Globalisierung, Kultur, Bildung und internationale Entwicklung im französischen Außenministerium.
Bild: Ambassade de France en Allemagne

John Kornblum (US)

geb. 1943 in Detroit/Michigan. John Kornblum ist ein ehemaliger US-amerikanischer Diplomat. 1964 trat er in den diplomatischen Dienst seines Landes ein und war zunächst u. a. am Generalkonsulat in Hamburg und in der Botschaft in Bonn tätig. Daraufhin arbeitete er im US-Außenministerium und als politischer Berater der US-Vertretung in West-Berlin. 1985 wurde er zum Gesandten der USA in der Rolle des stellvertretenden amerikanischen Kommandanten des amerikanischen Sektors von Berlin ernannt. Eine weitere Station seiner diplomatischen Laufbahn war Brüssel, wo er ab 1987 als stellvertretender ständiger Vertreter der USA bei der NATO fungierte. 1991 wurde John Kornblum zum Botschafter der Vereinigten Staaten bei der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) ernannt. Von 1997 bis 2001 war er Botschafter seines Landes in Berlin. Seit 2007 ist John Kornblum Mitglied des Vorstandes der Internationalen Martin-Luther-Stiftung, zudem arbeitet er als Berater einer international tätigen Wirtschaftskanzlei. Er ist Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern.

Anne McElvoy (GB)

geb. 1965 in Durham. Anne McElvoy ist eine britische Journalistin und Ressortleiterin (Politik) beim Economist. Ihre Kolumne über Politik/Internationales erscheint im Evening Standard. Sie studierte Germanistik und Philosophie in Oxford und verbrachte ein Studienjahr an der Humboldt Universität in Ost-Berlin, um ostdeutsche Literatur und Zensur zu erforschen. Sie absolvierte des Weiteren Sommerstudien an der Technischen Universität Ilmenau. 1988 begann sie für die Times zu arbeiten, berichtete schwerpunktmäßig über die Entwicklungen in Ost-Europa und hat als Korrespondentin den Fall der Mauer in Berlin persönlich miterlebt. Später berichtete sie als Korrespondentin aus Jugoslawien und Russland. 1995 wurde Anne McElvoy stellvertretende Chefredakteurin von The Spectator und Evening Standard. 2009 wechselte sie zum Economist. Sie ist neben Markus Wolf Ko-Autorin der Publikationen „Memoirs Of A Spymaster: The Man Who Waged A Secret War Against The West“ (1998), „Man Without A Face: The Autobiography Of Communism's Greatest Spymaster“ (1997) und „The Saddled Cow: East Germany's Life And Legacy“ (1992). Anne McElvoy moderiert für die BBC u. a. „Free Thinking“ und „Moral Maze“.
Bild: Privat

Markus Meckel (DE)

Markus Meckel spricht während der Gesprächsrunde zu den Teilnehmenden. geb. 1952 in Müncheberg. Markus Meckel ist studierter Theologe. 1989 war er mit Martin Gutzeit Initiator der Gründung der Sozialdemokratischen Partei (SDP) in der DDR. Als stellvertretender Vorsitzender der Partei wurde er 1990 in die letzte Volkskammer gewählt. Bis zum 20. August 1990 hatte er das Amt des Außenministers der DDR inne und war in dieser Funktion maßgeblich an den Verhandlungen des Zwei-plus-Vier-Vertrags beteiligt. Nach der Wiedervereinigung saß Markus Meckel bis 2009 für die SPD im Deutschen Bundestag. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundespolitik war er u. a. als Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. tätig. Heute ist er Ratsvorsitzender der von ihm initiierten Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Bild: Emanuela-Danielewicz

Prof. Dr. Irina Scherbakowa (RU)

geb. 1949 in Moskau. Prof. Dr. Irina Scherbakowa ist Germanistin, Kulturwissenschaftlerin, Publizistin und Übersetzerin. Nach ihrem Studium der Germanistik und Geschichte an der Moskauer Staatlichen Universität wurde sie 1972 in Germanistik promoviert und hatte seitdem zahlreiche Fellowships und Gastprofessuren inne. Prof. Dr. Scherbakowa ist zivilgesellschaftlich sehr engagiert, u. a. in der Nichtregierungsorganisation Memorial, zu deren Initiatorinnen sie gehört, leitet Jugend- und Bildungsprogramme zu historischen Themen und ist u. a. Mitglied im Kuratorium der Gedenkstätte Buchenwald (Weimar) sowie im internationalen Beirat der Stiftung Topographie des Terrors (Berlin). Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. 2014 mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik und dem Bundesverdienstkreuz am Bande, und ist seit 2010 Ehrenmitglied des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin. Sie ist eine gefragte Gesprächspartnerin zum Thema deutsch-russische Beziehungen und setzt sich intensiv für die Verständigung zwischen beiden Ländern ein.
Bild: Internationale Memorial Gesellschaft

Dr. Irmgard Schwaetzer (DE)

geb. 1942 in Münster. Dr. Irmgard Schwaetzer ist studierte und promovierte Pharmazeutin. Seit 1975 ist sie FDP-Mitglied und war u. a. von 1982 bis 1984 Generalsekretärin der Partei. 1987 wurde sie vom damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher als Staatsministerin für Europäische Fragen in das Auswärtige Amt berufen und war dadurch auch an den Verhandlungen zum Zwei-plus-Vier-Vertrag beteiligt. Von 1980 bis 2002 war Dr. Irmgard Schwaetzer Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1991 bis 1994 Bundesministerin für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Seit 2013 ist sie Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Bild: Evangelische Kirche in Deutschland/EKD

Tanja Samrotzki (Moderation)

Tanja Samrotzki ist in den 70er Jahren im Ruhrgebiet aufgewachsen. Sie hat beim MDR in Leipzig, Dresden und Weimar volontiert und als Parlamentskorrespondentin 20 Jahre für verschiedene Fernsehsender über das politische Geschehen in Bonn und Berlin berichtet. Seit 2011 moderiert die Politikwissenschaftlerin Panels im gesellschaftspolitischen Kontext.
Bild: Florian Gobetz

Das Europa von heute wäre ohne den 2+4-Vertrag kaum vorstellbar. Der Fall des Eisernen Vorhangs hat eine neue Ära in der europäischen Entwicklung und Zusammenarbeit eingeleitet.
Stehen wir heute, vor dem Hintergrund der neuen großen Herausforderungen und der Konstellation der Akteure und Verantwortungen, vielleicht wieder an einem Scheidepunkt in der Geschichte Europas? Wie haben die Prinzipien des „best of interest“ und der globalen Verantwortung damals funktioniert und welche Lehren lassen sich daraus für das heutige und für das zukünftige Europa ziehen?

Panelbesetzung:

Dr. Claire Demesmay (DE/FR)

geb. 1975 in Dole, Frankreich. Die Politikwissenschaftlerin Dr. Claire Demesmay leitet seit 2009 das Programm Frankreich/deutsch-französische Beziehungen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin. Nach ihrem Studium der politischen Philosophie an den Universitäten Dijon und Paris 4-Sorbonne promovierte sie im Rahmen eines binationalen deutsch-französischen Promotionsverfahrens zum Thema „Politischer Liberalismus angesichts der Zukunft der Nationalstaaten“. Vor ihrer jetzigen Funktion war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Studienkomitees für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) am Institut français des relations internationales (Ifri) in Paris (2002-2009) sowie am Lehrstuhl für Frankreichstudien und Frankophonie der Technischen Universität Dresden (1998-2002) tätig.
Bild: Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik/DGAP

Dr. Petra Erler (DE)

Porträt von Dr. Petra Erler. geb. 1958 in Thüringen. Dr. Petra Erler ist studierte Wirtschaftswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Außenwirtschaft. Ab 1984 arbeitete sie am Institut für Internationale Beziehungen in Potsdam, wo sie auch promovierte. Nach den Volkskammerwahlen 1990 in der DDR war sie zunächst als Beraterin des Außenministers Markus Meckel und Mitglied des Planungsstabes tätig und wurde dann im Juni zur Staatssekretärin im Amt des Ministerpräsidenten ernannt. Nach der Wiedervereinigung leitete sie ab 1991 das Referat für Europapolitik an der brandenburgischen Landesvertretung beim Bund in Bonn. 1999 wechselte Frau Erler nach Brüssel und arbeitete im Kabinett von EU-Kommissar Günter Verheugen, das sie ab 2006 leitete. Seit 2010 ist sie Geschäftsführerin der von ihr mitgegründeten Strategieberatung European Experience Company GmbH in Potsdam.
Bild: privat

Thomas Kralinski (DE)

geb. 1972 in Weimar. Thomas Kralinski ist Berater der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“. Er studierte Politikwissenschaft, Osteuropawissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Leipzig und Manchester. Der SPD-Politiker wurde 2004 Geschäftsführer der Landtagsfraktion Brandenburg. Von 2014 bis 2019 war Thomas Kralinski Staatssekretär in der Landesregierung Brandenburgs und dabei bis 2016 Bevollmächtigter des Landes beim Bund, für Medien und Internationale Beziehungen. Von 2016 bis 2018 war er Chef der Staatskanzlei und 2018 bis 2019 erneut Bevollmächtigter des Landes Brandenburg beim Bund, für Medien, Digitalisierung und Internationale Beziehungen.
Bild: Staatskanzlei Brandenburg

Dr. Marek Prawda (PL)

geb. 1956 in Kielce. Dr. Marek Prawda ist polnischer Soziologe und Diplomat und leitet seit 2016 die Vertretung der Europäischen Kommission in Warschau. Nach Studien an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig und einer Promotion im Bereich Soziologie an der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau, widmete er sich weiteren Studien an der Universität Hamburg. Ab 1990 war Dr. Prawda Mitglied der Arbeitsgruppe Deutschlandstudien an der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau. Von 1992 war 1998 er als 1. Botschaftssekretär und Gesandter an der Botschaft der Republik Polen in Bonn tätig, anschließend als Direktor der Westeuropaabteilung im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten seines Landes und im Jahre 2001 Direktor des Ministerbüros. Im selben Jahr und bis 2005 wurde er zum polnischen Botschafter in Schweden berufen. Ab 2006 war er Botschafter der Republik Polen in der Bundesrepublik Deutschland und von 2012 bis 2016 polnischer Botschafter bei der Europäischen Union. 1989 arbeitete Dr. Prawda im Bürgerkomitee Solidarność mit.
Bild: European Commission

Dr. Jana Puglierin (DE)

geb. 1978 in Berlin. Die Politikwissenschaftlerin Dr. Jana Puglierin leitet seit Anfang 2020 das Berliner Büro des European Council on Foreign Relations (ECFR). Sie studierte Politikwissenschaft, Völker- und Europarecht und Soziologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Venice International University und der State University of New York (SUNY) at Albany. Von 2003 bis 2010 war Dr. Jana Puglierin wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für die Wissenschaft von der Politik und Zeitgeschichte sowie am Nordamerikastudienprogramm der Universität Bonn. Anschließend war sie als Referentin für Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung im Deutschen Bundestag tätig, wo sie auch zu Fragen der deutschen und europäischen Außen- und Sicherheitspolitik arbeitete. Vor ihrer jetzigen Tätigkeit arbeitete Dr. Puglierin als Programmleiterin des Alfred von Oppenheim-Zentrums für Europäische Zukunftsfragen sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Berliner Forum Zukunft der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin.
Bild: Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik/DGAP

Tanja Samrotzki (Moderation)

Tanja Samrotzki ist in den 70er Jahren im Ruhrgebiet aufgewachsen. Sie hat beim MDR in Leipzig, Dresden und Weimar volontiert und als Parlamentskorrespondentin 20 Jahre für verschiedene Fernsehsender über das politische Geschehen in Bonn und Berlin berichtet. Seit 2011 moderiert die Politikwissenschaftlerin Panels im gesellschaftspolitischen Kontext.
Bild: Florian Gobetz

Ohne den Zwei-plus-Vier-Vertrag wäre Deutschland heute womöglich kein souveräner Staat.
Wird er im Rahmen der Erinnerungspolitik der Bundesregierung, der Museums- und Gedenkstättenarbeit ausreichend gewürdigt? Welchen Stellenwert hat das Vertragswerk in den Curricula der Bildungseinrichtungen? Was kann man tun, um seine Bedeutung auch für nachfolgende Generationen greifbarer zu machen?

Panelbesetzung:

Dr. Markus Drüding (DE)

Dr. Markus Drüding ist Historiker, wurde 2013 am Institut für Didaktik der Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster promoviert und ist seit 2016 Studienrat für die Fächer Deutsch und Geschichte am Alten Gymnasium in Oldenburg. Von ihm erschienen sind die Bücher „Historische Jubiläen und historisches Lernen“ (2019) und in Co-Autorenschaft mit Dr. Martin Schlutow „Vergleich(en) im Geschichtsunterricht“ (2019).
Bild: Privat

Dr. Judith Enders (DE)

Dr. Judith Enders geb. 1976 in Altenburg. Dr. Judith Enders ist Diplompolitologin und promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin und Mitglied der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“. Ab 2002 lehrte sie am Otto-Suhr-Institut der FU-Berlin, an der Rutgers University, State University of New Jersey und an der Universität Erfurt. Heute ist sie Dozentin an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und politische Theorie und als freiberuflicher Coach und Mediator tätig, sowie Psychoanalytikerin in Ausbildung. Sie ist Mitbegründerin der Initiative „Dritte Generation Ostdeutschland“ und des daraus hervorgegangenen Vereins „Perspektive hoch 3 e. V.“. Die europäische Perspektive bearbeitet sie im Projekt: Transition Dialogue – Mapping a Generation.
Bild: Dr. Judith Enders

Prof. Dr. Saskia Handro (DE)

geb. 1969 in Leipzig. Prof. Dr. Saskia Handro ist Historikerin und Geschichtsdidaktikerin und seit 2006 Inhaberin des Lehrstuhls „Didaktik der Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der historischen Lehr- und Lernforschung“ und Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Didaktik der Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Nach ihrer Promotion an der Universität Leipzig war sie u. a. an der Universität Duisburg-Essen, der Universität Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum tätig. Zu ihren Publikationen gehören u. a. „Aus der Geschichte lernen? Weiße Flecken der Kompetenzdebatte“ (2016; mit Bernd Schönemann), „Raum und Sinn. Die räumliche Dimension der Geschichtskultur“ (2014; mit Bernd Schönemann), „Aufarbeitung der Aufarbeitung. Die DDR im geschichtskulturellen Diskurs“ (2011; mit Thomas Schaarschmidt) und „Alltagsgeschichte. Alltag, Arbeit, Politik und Kultur in der DDR“ (2004). 2017/2018 war Prof. Dr. Handro Mitglied des Wissenschaftlichen Fachbeirats zur Erstellung des „Digitalen Lehrwerkes. Deutsch-deutsche Geschichte“ im Auftrag des Bundesstiftung Aufarbeitung. Seit 2011 ist sie Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V. und seit 2006 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Geschichtswettbewerbs der Körber-Stiftung und der Zentraljury des „Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten“ neben vielen weiteren Mitgliedschaften.
Bild: Prof. Dr. Saskia Handro

Thomas Krüger (DE)

geb. 1959 in Buttstädt. Thomas Krüger ist seit Juli 2000 Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Der studierte evangelische Theologe gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Sozialdemokraten in der DDR (SDP). Er war Mitglied der Volkskammer in der DDR und u. a. von 1990 bis 1991 Erster Stellvertreter des Oberbürgermeisters in Ost-Berlin. Von 1991 bis 1994 war Thomas Krüger Senator für Jugend und Familie in Berlin und von 1994 bis 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages. Herr Krüger engagiert sich im kulturellen und sozialen Bereich und ist u. a. seit 1995 Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks und seit 2012 zweiter stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz.
Bild: Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Tanja Samrotzki (Moderation)

Tanja Samrotzki ist in den 70er Jahren im Ruhrgebiet aufgewachsen. Sie hat beim MDR in Leipzig, Dresden und Weimar volontiert und als Parlamentskorrespondentin 20 Jahre für verschiedene Fernsehsender über das politische Geschehen in Bonn und Berlin berichtet. Seit 2011 moderiert die Politikwissenschaftlerin Panels im gesellschaftspolitischen Kontext.
Bild: Florian Gobetz

Inhaltlich angereichert wurden die Paneldiskussionen durch Stellungnahmen von jungen Menschen aus Europa, Russland und den USA zum Zwei-plus-Vier-Vertrag.

Aufruf #2PLUS4VOICES

„Wie erinnert Ihr in Deinem Land an den Fall des Eisernen Vorhangs, und welche Bedeutung wird diesem historischen Ereignis in der nationalen Erinnerungsarbeit bei Euch beigemessen? Wie siehst Du die heutige Rolle Deutschlands in Europa und in der Weltpolitik? Was wünschst Du Dir von Deutschland? Was erwartest Du von der EU, den USA und Russland, um aktuelle Herausforderungen anzupacken?“ – Mit diesen Fragen richtete sich ein internationaler Aufruf an junge Menschen unter 35 Jahren, um die Perspektiven der jüngeren Generation zu dem wichtigen Vertragswerk und seinen Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft einzuholen. Bis zum 10. August konnten Meinungen und Impulse eingesandt werden.

Hier eine Auswahl:

„Der Fall des Eisernen Vorhangs ist in meinem Land eng mit dem Fall der UdSSR verknüpft, der ein Meilenstein für die Unabhängigkeit der Slowakei war. Die Meinungen zum Sturz des Regimes sind jedoch geteilt. Manche sind glücklich über die Reise-, Wirtschafts- oder Meinungsfreiheit, andere hingegen sind wütend über die Verwüstung, die er in unserer Industrie, Landschaft und Souveränität angerichtet hat. Deutschland hat in Europa immer eine große Rolle gespielt und das ist auch heute der Fall. Leider treibt das Schuldgefühl der Deutschen angesichts vergangener Taten ihre Kultur und ihren Stolz in den multikulturellen Abgrund und den Rest Europas gleich mit. Das heutige Deutschland ist ein sehr schlechtes Vorbild für europäische Länder, die dem Bild westlicher Länder folgen wollen. Die jüngsten Ereignisse zeigen uns, dass dieser Weg nicht dazu angetan ist, unsere einzigartige Kultur und Identität zu bewahren. Bevor die USA, Deutschland und Russland gemeinsam agieren können, müssen die USA zunächst ihre Desinformations- und Aggressionspolitik gegenüber Russland ändern.“

Martin Tekula, 22 Jahre, Slowakei

„Ich wurde keine 400 Tage vor dem Fall der Mauer in der DDR geboren und habe in meiner Jugend in den frühen 2000ern hautnah miterlebt, wie in Leipzig nach und nach eine ganze Stadt neu gebaut wurde und neu erblüht ist. Ich habe in der Schweiz und in den Niederlanden studiert und lebe und arbeite jetzt mit meiner polnischen Verlobten in Barcelona. Es ist nicht zu viel gesagt, dass fast jeder Aspekt und jede Entscheidung in meinem Leben durch die deutsche Einigung ermöglicht wurde. Ich gedenke ihr jeden Tag und in jeder Interaktion mit meinen Mitmenschen, weil ohne sie nichts davon möglich gewesen wäre. Ich bin, wie viele in meiner Generation, zuallererst ein Europäer, und es ist Deutschlands historische Aufgabe, nach der deutschen auch die europäische Einigung voranzutreiben. Erst seit ich nicht mehr in Deutschland wohne, verstehe ich, wie sehr die Augen Europas auf das Land gerichtet sind, und so lange es noch keine europäische Nation gibt, ist es die Aufgabe Deutschlands, nicht nur für deutsche Bürger, sondern für alle Europäer, für ihre Freiheit, Sicherheit und Gesundheit, einzustehen.“

Marvin Uhlmann, 31 Jahre, Deutschland-Spanien

„Hallo und guten Tag. Ich wuchs zum größten Teil bei meiner Oma auf. Sie ist vor Kurzem gestorben. Aber ich werde sie nie vergessen, weil sie mich nach ihrem Vater benannt hat. Sie hat den Holocaust überlebt. Ich bin 1987 geboren. Ich weiß nicht viel über die Geschichte im Jahr 1983. Nur dass Präsident Ronald Reagan den 6. Oktober zum Deutsch-Amerikanischen Tag erklärte, um damit den 300. Jahrestag der Einwanderung Deutscher in die Vereinigten Staaten zu begehen und an ihr kulturelles Erbe zu erinnern. Und dass am 6. August 1987 der Kongress die Resolution S.J. 108 bewilligte, die den 6. Oktober 1987 zum Deutsch-Amerikanischen Tag erklärte. Meines Erachtens spielt Deutschland eine große Rolle, was die Wirtschaft und das Wirtschaftswachstum in Folge des Abschwungs in der gegenwärtigen Krise angeht. Das gilt auch für den Umgang mit den Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen. Außerdem beabsichtigt die deutsche Regierung, „sich für mehr Reziprozität in allen Politikbereichen einzusetzen“ und „gerechtere Wettbewerbsbedingungen zu schaffen“; in Hinblick auf China spielt das auch beim bilateralen Investitionsabkommen eine große Rolle. Auf Grund meines wirtschaftlichen Hintergrunds bin ich mir darüber im Klaren, dass es sich hierbei, wie auch bei zukünftigen Transaktionen und Vernetzungen mit anderen Nationen und unseren Verbündeten, um eine gute Investition handelt ...Vielen Dank im Voraus für die Möglichkeit, mich in diesem Rahmen zu äußern...“

Michel Montigo, 33 Jahre, USA

„Für viele Albaner war der Fall des Eisernen Vorhangs der wichtigste Indikator für einen weitgehend stummen Ruf nach Freiheit und dafür, dass Veränderungen auch für uns greifbar und möglich waren. Die Befragung vieler Menschen, die die Zeit erlebt haben und sich lebhaft daran erinnern, zeigt, dass kurz vor dem Fall des Eisernen Vorhangs in Albanien offensichtlich zwei Gefühle vorherrschend waren – nämlich Hoffnung und Angst. Diese beiden Gefühle gehen Hand in Hand, denn Hoffnung kann es nicht ohne Angst geben, wenn man sich Veränderungen vorstellt, darum kämpft bzw. auf Veränderungen reagiert, die wir damals brauchten und noch immer brauchen. Die Rolle Deutschlands in Europa und der Welt ist unbestreitbar von größter Bedeutung. Ich glaube, dass Deutschland dazu beiträgt und auch in Zukunft dazu beitragen kann, die Herbeiführung demokratischer Werte und wirtschaftlicher Freiheiten weiter voranzutreiben, wenn es den Planeten respektiert und sich zu bestimmten Zielen verpflichtet. Die jüngste Geschichte hat gezeigt, dass Deutschland als Garant für die Existenz und das Weiterbestehen der EU dient. Aber ich glaube, dass die unglaubliche Entwicklung, die Ihr Land in Europa und weltweit vorantreiben konnte, kaum möglich gewesen wäre, wenn sich das Land nicht wiedervereint hätte. Gemäß zahlreichen Untersuchungen und nach Auffassung vieler Politikwissenschaftler tragen die Haltung der Menschen in einem Land, ihre Motivation, Gefühlslage, ihr Wohlergehen und ihre Fähigkeit, sich als Teil eines Ganzen zu verstehen, entscheidend zu solchen Errungenschaften bei. Das deutsche Volk hat den schmerzhaften Prozess der Trennung und Teilung durchlaufen, bei dem Familien auseinandergerissen wurden und Netzwerke, Städte und Industrien zerschlagen wurden. Daher sollte Deutschland meines Erachtens die Länder verstehen und unterstützen, die denselben Prozess erlebt haben. Dies gilt zum Beispiel für Albanien, das im Zuge der Londoner Konferenz im Jahr 1912 abgetrennt und aufgeteilt wurde und in der Phase des Kommunismus von der restlichen Welt abgeschnitten war. Das mit dem Kosovo ist eine Tragödie. So ist Albanien noch immer geteilt. Wenn unser Volk jedoch von Wiedervereinigung spricht, wird es als extremistisch bezeichnet. Deshalb glaube ich, dass Deutschland, wenn es wirklich Fortschritte in Europa und in unserer Region herbeiführen will, auch dazu beitragen sollte, dass wir uns mit dem Kosovo und anderen albanischen Gebieten vereinen, in denen Albaner die Mehrheitsbevölkerung ausmachen und die demokratische und gewaltfreie Referenden anstreben, um ihren Anspruch zum Ausdruck zu bringen. Was die dritte Frage betrifft, erwarte ich von den Vereinigten Staaten, Deutschland und Russland, dass sie sich verstärkt mit den Herausforderungen auseinandersetzen, die sich aus den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) als drängende Themen ergeben, auch für das Überleben der Welt. Außerdem erwarte ich von diesen Ländern, die sich an die in der Vergangenheit gemeinsam abgeschlossenen Übereinkünfte halten, eine klarere Positionierung gegenüber denjenigen, die gegen die darin verankerten Werte verstoßen – wie z.B. China. “

Klajdi Priska, 21 Jahre, Albanien

„Der Zwei-plus-Vier-Vertrag ermöglichte nicht nur die Deutsche Einheit, sondern war wegweisend für die Zukunft Europas. Verschiedene Konflikte waren durch Zugeständnisse innerhalb des Formats beizulegen, um die unmöglich scheinende Wiedervereinigung zu organisieren. Die Basis dafür war die „Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker“ und die Anerkennung des Prinzips der freien Wahlen aller beteiligten Staaten. 30 Jahre später ist immer noch kein Frieden in Europa eingekehrt – zu beobachten in der Ukraine seit 2014. Wo bleiben die Grundsätze heute innerhalb des Normandie-Formats, noch festgeschrieben in der Präambel des historischen Vertrags? Russische Delegierte prahlen mit der Umgehung des Formats bei Verhandlungen über eine Waffenruhe. Douglas MacGregor, nominierter US-Botschafter für Deutschland, setzte sich 2014 für das Referendum in der Ukraine ein, welches keinen internationalen Standards entsprach und gegen dortiges Recht verstieß. Ich erwarte von Staaten heutige Probleme mit denselben Grundsätzen zu lösen, welche sie innerhalb der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen an den Tag legten - aufgrund derer sollten wir dem Vertrag Bedeutung zuschreiben. “

Sarah Walgern, 22 Jahre, Deutschland

„Der durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag geebnete Weg zur deutschen Wiedervereinigung stellt eine Zäsur in der europäischen Friedensordnung nach dem Zweiten Weltkrieg dar – bilateral sowie multilateral. Das vereinte Deutschland hat die Verpflichtung, das wirtschaftliche Fundament innerhalb der EU zu stärken sowie die Grundsätze der EU-Charta einzufordern von Staaten wie Polen und Ungarn. Nur so kann der Fortbestand der Demokratie in Europa gewahrt bleiben.“

Anja Laux, 35 Jahre, Deutschland

„Ich heiße Aliya, ich bin Schülerin aus Russland. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland haben eine große Anzahl von Stadien durchlaufen und bedeutende Spuren in der Geschichte hinterlassen. Ich denke, deshalb hat der Mauerfall direkt mit der Geschichte meines Landes zu tun. Jetzt können wir sagen, dass die deutsche Wiedervereinigung zu einer irreversiblen Veränderung im Ostblock, zum Ende der «Samtene Revolution» und bald zum Zusammenbruch der UdSSR geführt hat. Die Menschen aus der Sowjetunion waren auch hinter dem Eisernen Vorhang, genau wie die Menschen in Deutschland hatten sie keine Bewegungsfreiheit. Diese Erfahrung unserer Länder hat uns wirklich verbunden. Leider erinnern sich die Menschen im modernen Russland sehr selten an dieses Ereignis der Weltgeschichte. Nur 60 % der russischen Befragten wissen, wer die Berliner Mauer gebaut hat, und 6 % der Befragten, meist junge Menschen im Alter von 18-24 Jahren, haben zum ersten Mal davon gehört ( WZIOM, 2019). Ich hoffe, dass sich die Situation dank internationaler Projekte zu Ehren von 30 Jahren Zwei-plus-Vier-Vertrag in Kürze ändern wird. 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung hat sich die Welt völlig verändert, jetzt steht Deutschland in Bezug auf das BIP auf dem 4.Platz der Welt (The World Bank: Gross Domestic Product 2019) und ist das führende Land der Europäischen Union. Deutschland ist in den Top 20 Ländern der Welt im Bereich der Lebensqualität (Economist Intelligence Unit, 2013), und Leute wollen dahin. Was mir persönlich wichtig ist, Deutschland ist der Marktführer in der Müllverwertung in Europa (IW, 2018), das ist genau das Problem, das die russische Regierung nicht beachtet. Ich hätte mir gewünscht, dass Deutschland seine Erfahrungen im Übergang zu einer umweltfreundlicheren Lebensweise vermittelt. Wir können sagen, dass die wirtschaftlich entwickelten Länder ein gewisses Maß an Wohlstand erreicht haben und es ist Zeit, die Aufmerksamkeit auf die Länder in der Umgebung, auf die Umwelt zu lenken. Nur die Vereinigung der Weltmächte wird die Möglichkeit bieten, globale Probleme wie den Klimawandel, den Nord-Süd-Konflikt und viele andere zu lösen. Corona-Krise hat uns gezeigt, dass wir von der Gefahr der Weltskala nur durch die Vereinigung von Anstrengungen gerettet werden können.“

Aliya Ramazanova, 16 Jahre, Russland

„Nach 30 Jahren sind wir bereit für einen weiteren Neuanfang: Hin zu einer neuen Normalität auf der ganzen Welt. Gerade erleben wir die globale Pandemie. Jedes Land ist von der Krankheit und den daraus resultierenden Verwerfungen und wirtschaftlichen Folgen betroffen. Auch Deutschland, das früher eines der stärksten Mitglieder der Europäischen Union war, ist davon betroffen. Jetzt ist das Land geschwächt und hat nun die Möglichkeit, auf andere Mitglieder der Union und mit ihnen gemeinsam auf andere Länder der Welt zuzugehen. Es besteht ein großes Potential, die Beziehungen zu den USA und Russland auszubauen, die in allen Bereichen unsere Partner sein sollten. Und wenn wir uns der weniger entwickelten Länder annehmen, sollten wir uns bewusstwerden, welche Kraft sie in die Partnerschaft einbringen und wie sehr wir diese brauchen. 2020 müssen wir genauso stark und genauso entschlossen sein wie Deutschland es im Jahr 1990 war. Wir können das schaffen – wenn Deutschland, die EU und ihre vielfältigen Partner die Finger einer Hand bilden, die die Welt zu beispiellosen Höhen anhebt und im Glanz der Sonne erscheinen lässt.“

Karla Bingula, 14 Jahre, Kroatien
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Karla Bingula, 14 Jahre, Kroatien
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Politikstunde zum Zwei-plus-Vier-Vertrag

Die Politikstunde findet am 11. September zum Thema "Die hohe Kunst der Diplomatie - Der Zwei-plus-Vier Vertrag" statt.

Bei der „Politikstunde“ der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) handelt es sich um ein digitales Bildungsformat. Es wurde zu Beginn der Corona bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens mit dem Ziel initiiert, Schüler/-innen, Studierenden und interessierten Bürgerinnen und Bürgern ein innovatives Bildungsangebot im Schulstundenformat zu bieten. Live und moderiert durch die BpB geben Expertinnen und Experten einen Einblick in ihre jeweiligen bildungspolitischen Themenwelten. Zuschauer/-innen haben die Möglichkeit, im Live-Chat Fragen zu stellen, die unmittelbar in die Politikstunde einfließen.

Am 11. September gestaltete die Kommission gemeinsam mit dem Historiker Dr. Tim Geiger und der Journalistin und Autorin Valerie Schönian eine Ausgabe der Politikstunde zu 30 Jahren Zwei-plus-Vier-Vertrag.

Thementag 12. September

Der 12. September 2020 war auf der EinheitsEXPO, die vom 5. September bis 4. Oktober 2020 in Potsdam stattfand, auf besondere Weise dem Zwei-plus-Vier-Vertrag gewidmet. Auf Infoscreens in der Potsdamer Innenstadt wurde an die Unterzeichnung des Vertrages vor 30 Jahren erinnert. In einem Videoclip erklärten Zeitzeugen und Fachleute die historischen Hintergründe für die Entstehung sowie die Bedeutung des Vertrags für die weitere Entwicklung Deutschlands und Europas. Der Vertrag bildete die Grundlage für die „äußere Einheit“. Damit wurde die internationale Dimension der Deutschen Einheit beleuchtet.

 

Ein Filmteam hat in Potsdam Eindrücke aufgenommen sowie Statements von Bürgerinnen und Bürgern zum Zwei-plus-Vier-Vertrag sowie zur Zukunft Europas und Deutschlands aufgezeichnet.

Mehr zu den Aktivitäten der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ auf der EinheitsEXPO erfahren Sie hier.