Service

Mediathek

Das Jubiläumsjahr „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“

Bilderstrecke | 11.11.2020 | Jubiläumsjahr
Gruppenbild der Mitglieder der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit
Friedliche Revolution und Deutsche Einheit jährten sich 2019 und 2020 zum dreißigsten Mal. Die Bundesregierung setzte im April 2019 die Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ ein. Ihre 22 Mitglieder aus Politik, Wirtschaft, Kunst, Kultur, Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft erhielten den Auftrag, ein für ganz Deutschland einendes Jubiläumsjahr zu gestalten. Das Konzept beinhaltete drei Ziele: Meilensteine würdigen, Dialoge führen und Wissen vermitteln.
© Bundesregierung/Guido Bergmann
Die Teilnehmenden der Veranstaltung in Erinnerung an den Gründungsaufruf des Neuen Forums beim Gruppenfoto vor einem Plakat mit der Aufschrift
Auftakt des Jubiläumsjahres: In Erinnerung an den Gründungsaufruf des Neuen Forums am 09. September 1989 kamen genau 30 Jahre später in der Schlossanlage Schönhausen im Berliner Bezirk Pankow einige der Bürgerrechtlerinnen und -rechtler der unterschiedlichen Gruppierungen von damals wieder zusammen. Das Neue Forum stand stellvertretend für viele andere Oppositionsbewegungen der Bürgerrechtsbewegung, die entscheidend für die Mobilisierung der Gesellschaft und den Erfolg der Friedlichen Revolution waren.
© Arian Rassoul
Schülerinnen und Schüler der Körber-Stiftung interviewen den ehemaligen Politiker Lukas Beckmann.
Die Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler blickten gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Körber-Stiftung auf den Herbst 1989 zurück: Was war anders, in diesem September vor 30 Jahren? Was löste – überall in der DDR – diese Aufbruchsstimmung und den damit verbundenen Mut zum Aufbegehren in Form von friedlichem Protest aus?
© Karsten Thielker
Bei der Abfahrt des historischen Zuges winken Teilnehmende aus dem offenen Zugfenster. Auf dem Bahnsteig stehen Menschen und filmen die Abfahrt mit ihren Smartphones.
Die Ausreise- und Fluchtbewegung trug entscheidend zur Destabilisierung der SED-Diktatur bei. Im September 1989 verkündete der Bundesminister des Auswärtigen Hans-Dietrich Genscher, dass die Ausreise von Prag über DDR-Gebiet in die Bundesrepublik Deutschland möglich sei. Zum Gedenken an diesen besonderen Tag reisten ehemalige Botschaftsflüchtlinge am 30. September 2019 in einem historischen Zug von Dresden nach Prag.
© Arian Rassoul
Vor dem barocken Palais Lobkowitz, Sitz der Deutschen Botschaft in Prag, sind im Garten drei Zelte aufgestellt.
Die Zugreisenden wurden nach Ankunft im Bahnhof Prag Libeň vom deutschen Botschafter begrüßt. Am Nachmittag fand in der Deutschen Botschaft in Prag das „Fest der Freiheit“ statt (im Bild). Im Bahnhof in Dresden wurde der Ausreise der Botschaftsflüchtlinge mit Tanz, Musik und einer multimedialen Lasershow gedacht.
© Arian Rassoul
Blick auf die gefüllten Bänke des Gedenkgottesdiensts in der Gethsemanekirche.
Der 9. Oktober 1989 war der „Tag der Entscheidung“. An diesem Tag demonstrierten etwa 70.000 Menschen in Leipzig. Das ganze Land schaute atemlos zu. Entgegen aller Befürchtungen kam es nicht zur gewaltsamen Auflösung der Demonstration. Dieses bedeutenden Moments wurde 30 Jahre später in der Berliner Gethsemanekirche gedacht, in deren Schutz viele Solidaritätsbekunden stattgefunden hatten.
© Karsten Thielker
Bischof Markus Dröge und Bundeskanzlerin Angela Merkel sitzen während des Gedenkgottesdienstes nebeneinander.
Die Gedenkfeier, an der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident a. D. Matthias Platzeck teilnahmen (im Bild neben Bischof Markus Dröge), erinnerte auf eindrucksvolle Weise an die dramatischen Ereignisse von damals und die unveränderte Aktualität von Zivilcourage, Solidarität und friedlicher Revolte gegen Hass, Ausgrenzung und politische Verfolgung.
© Karsten Thielker
Die Bühne mit Bundesinnenminister Horst Seehofer in einer Gesprächsrunde. Über ihr eine große Leinwand, auf der „Unsere Geschichte schreibt Zukunft
Die ikonischen Bilder von freudetaumelnden Menschen in der Nacht des 9. November 1989 in Berlin sind vielen Menschen präsent. Dieser historische Meilenstein wurde in Form eines interaktiven Talk-Formats gewürdigt, dem „längsten Gespräch Deutschlands“. Unter dem Motto „Unsere Geschichte schreibt Zukunft“ brachte es am 09. November 2019 knapp 3.000 Menschen an vier Orten zusammen, zudem verfolgten mehr als zehntausend das Ereignis im Livestream.
© photothek/Oliver Killig
Teilnehmende von „Das längste Gespräch Deutschlands
Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze (im Bild: Geisa) fanden zahlreiche Gespräche über das Erleben des Mauerfalls sowie die Freuden und Herausforderungen, die er mit sich brachte, statt. Für eine Videoreihe erzählten Menschen von Hof bis Ratzeburg ihre Geschichten aus dem ehemaligen Grenzgebiet.
© Oliver Killig, Ramona Welti
Eine Gruppen von Menschen steht vor der Berliner Bösebrücke am ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße.
„Der Mensch vergisst. Damit er das nicht tut, brauchen wir Zeitzeugen“. Diesem Motto folgend fand am 09. November 2019 ein Mittagessen statt, bei dem sich internationale Bürgerrechtlerinnen und -rechtler mit jungen Studierenden des Studiengangs „Public History“ an der FU Berlin und mit Jugendreportern austauschten.
© Karsten Thielker
Ein Teilnehmer von
Weiterer Schwerpunkt des Jubiläumsjahres waren Begegnungen und Dialoge zwischen Menschen aus Ost- und Westdeutschland. Mit der Veranstaltungsreihe „Deutschland im Gespräch: Wie wollen wir miteinander leben?“ wurde Bürgerinnen und Bürgern aus deutsch-deutschen Partnerstädten die Gelegenheit zu Begegnung und offenem und kritischem Erfahrungsaustausch über den Prozess der Deutschen Einheit gegeben.
© Karsten Thielker
Drei Teilnehmerinnen und Teilnehmer sitzen vor der Bühne von „Deutschland im Gespräch“ und tauschen sich aus. Sie haben Klemmbretter und Stifte in der Hand. Während ein Mann spricht, hört ein weiterer Teilnehmer zu, während eine junge Frau schon ihre Hand zur Erwiderung erhoben hat.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Deutschland im Gespräch“ sprachen in moderierten Workshops über ihre Erfahrungen und Erlebnisse der letzten 30 Jahre, Erfolge und Herausforderungen des Einheitsprozesses. Außerdem diskutierten sie ihre Ideen für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse.
© Karsten Thielker
Die Schülerreporterinnen und Schülerreporter interviewen bei „Deutschland im Gespräch“ Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen.
An allen Veranstaltungen nahmen außerdem Schülerinnen und Schüler aus den Partnerstädten teil. Als Reporterinnen und Reporter begleiteten sie die Dialoge, führten Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen oder Teilnehmenden zu einem selbst gewählten Schwerpunkt, um die Themen Friedliche Revolution und Deutsche Einheit aufzuarbeiten und ihre junge Perspektive einzubringen.
© Karsten Thielker
Teilnehmende des Online-Dialogs
Im August und September 2020 ging der Austausch online weiter, da die Präsenzveranstaltungen aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von Covid-19 ab März 2020 abgesagt werden mussten. Die Kommission lud zu sechs Dialogveranstaltungen in Form moderierter Videokonferenzen ein. Die Online-Dialoge waren jeweils einer Fragestellung gewidmet, die von der Kommission als besonders relevant für aktuelle Diskurse in Politik und Gesellschaft rund um die Deutsche Einheit identifiziert worden waren.
© GS 30 Jahre
Historisches Foto eines Wahllokals im Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg. In der DDR findet die erste frei Wahl zur Volkskammer nach der Grenzöffnung 1989 statt.
Auch eine geplante Festveranstaltung zur Würdigung der Volkskammerwahl, bei der am 18. März 1990 die Menschen in der DDR ihre Parlamentarierinnen und Parlamentarier das erste Mal in freier und geheimer Wahl selbst bestimmen konnten, musste pandemiebedingt kurzfristig abgesagt werden. Die Inhalte der Veranstaltung wurden in eine digitale Dokumentation übertragen und ermöglichten ein Eintauchen in diese Sternstunde der deutschen Demokratie- und Parlamentsgeschichte.
© Bundesregierung/Klaus Lehnartz
Historisches Foto einer langen Schlange von Menschen, die vor einem Eckgebäude wartet. Über dem Eingang steht ein Schild mit der Aufschrift „Stadt- und Kreissparkasse Görlitz
Die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion (1. Staatsvertrag) war das Ereignis, das buchstäblich das Leben aller Ostdeutschen von einem Tag auf den anderen veränderte und nachhaltig beeinflusste. Wie diese Zeit der Transformation wahrgenommen und erlebt wurde, erzählten und diskutierten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen im dreiteiligen Podcast „Die Einheit vor der Einheit – 30 Jahre Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion“, den die Kommission zur Würdigung dieses bedeutenden Meilensteins aufzeichnen ließ.
© Bundesregierung/Klaus Lehnartz
Die Teilnehmenden auf der Bühne einer Paneldiskussion.
Die Herstellung der Deutschen Einheit wäre ohne den Zwei-plus-Vier-Prozess nicht möglich gewesen. Zugleich war die Überwindung der Jalta-Nachkriegsordnung die Voraussetzung für das neue Europa. Ein zentrales Element des Gedenkens an den Meilenstein 12. September waren drei TV-Diskussionsrunden mit Persönlichkeiten aus Politik, Diplomatie, Wissenschaft und Gesellschaft, die rund um den 30. Jahrestag der Vertragsunterzeichnung in Berlin aufgezeichnet und ausgestrahlt wurden.
Der Stadtkanal in Potsdam während der EinheitsEXPO 2020.
Unter dem Motto „Wir miteinander“ feierte die Bundesrepublik Deutschland vom 5. September bis zum 4. Oktober 2020 die Deutsche Einheit in Potsdam mit einer EinheitsEXPO. Die Kommission beteiligte sich an den Einheitsfeierlichkeiten mit der Ausstellung „Der Weg zur Deutschen Einheit“ im Alten Stadtkanal und mit einer Kubus-Installation auf dem Luisenplatz in Potsdam.
©GS 30 Jahre
Menschen betrachten auf der EinheitsEXPO den Ausstellungs-Kubus der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ auf dem Luisenplatz in Potsdam.
Auf dem Luisenplatz lud eine Kubus-Installation zur Auseinandersetzung mit dem Jubiläumsmotto „Deutschland ist eins: vieles“ ein. An den Außenseiten des Kubus wurden Kunstbeiträge von Bürgerinnen und Bürgern gezeigt. Der Innenraum der 30 m² großen Installation wurde von zehn regelmäßig wechselnden Künstlerinnen, Künstlern und -gruppen gestaltet.
©Artecom
Formate
Zeitraum
Letzter Monat
Letztes Quartal
Letztes halbes Jahr
Letztes Jahr
Alle
Video Icon
Thementag 2+4=EINS auf der EinheitsEXPO
Audio Icon
Anna Maria Mühe im Gespräch mit SWR1
Bilderstrecke Icon
EinheitsEXPO 2020 in Potsdam
Audio Icon
Gespräch mit Matthias Platzeck bei WDR 5
Audio Icon
Menschen mit einem Transparent „Einheit“ (im Regen)vor dem Brandenburger Tor.
NDR Themenabend: 30 Jahre Deutsche Einheit
Audio Icon
Matthias Platzeck im Interview mit NDR Info
Bilderstrecke Icon
Ein junger Teilnehmer und Schülerreporter lobt in der Abschlussrunde die Bereitschaft der anderen Teilnehmenden, zuzuhören und die eigene Meinung zu vertreten.
Deutschland im Gespräch: Rostock und Bremen
Bilderstrecke Icon
Beim gemeinsamen Essen erfuhren die Studierenden von den Erlebnissen der Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler in den Jahren vor dem Mauerfall.
Treffen mit Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtlern
Video Icon
In der Gethsemanekirche wurde am 9. Oktober 2019 den Protesten der Friedlichen Revolution vor 30 Jahren gedacht.
Nacht der Lichter: 09.10.2019
Video Icon
Deutschland ist eins: vieles | Karneval
Video Icon
Deutschland ist eins: vieles | Trabi
Video Icon
Deutschland ist eins: vieles | Der Rhein
Video Icon
Deutschland ist eins: vieles | Geregelt
Video Icon
Deutschland ist eins: vieles | Heimat
Bilderstrecke Icon
Deutschland ist eins: vieles | Kampagnenmotive
Video Icon
Im gleichen Zug, mit dem 1989 die Prager Botschaftsflüchtlinge nach Hof gefahren waren, fuhren die Gäste ab Dresden nach Prag.
Erinnerungszug nach Prag
Bilderstrecke Icon
Am 28. September 2019 erinnerte die Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ mit einer besonderen Gedenkveranstaltung an die Ausreise der „Botschaftsflüchtlinge“ 1989 von Prag in die Bundesrepublik Deutschland.
Mit dem Erinnerungszug nach Prag
Bilderstrecke Icon
Über den Gründungsmut und die politischen Rahmenbedingungen im Herbst 1989 sprachen u. a. Rainer Eppelmann (Demokratischer Aufbruch), Martin Klähn (Neues Forum) und Almuth Berger (Demokratie Jetzt) in einer Gesprächsrunde.
Podiumsdiskussion in Berlin: Die Zeit war reif!