© Klaus Lehnartz, Bundesbildstelle, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Meilensteine

Aus der Vielzahl wichtiger Daten und Ereignisse der Jahre 1989 und 1990 hat die Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ besondere Meilensteine identifiziert. Mit diesen soll auf unterschiedliche Weise an den Mut und das Engagement der Menschen in der DDR erinnert sowie zentrale Entscheidungen und Leistungen für die Bewältigung des Transformationsprozesses, den Aufbau Ost und das Zusammenwachsen Deutschlands gewürdigt werden.

Folgende Meilensteine wurden von der Kommission festgelegt:

2019
Vor einer Wand mit dem Schriftzug "Die Zeit war reif" sitzen acht Menschen auf einer Bühne. Vor ihnen sind Mikrofone aufgestellt.
9. September:
Gründungsaufruf für das Neue Forum
Das Neue Forum stand stellvertretend für viele andere Oppositionsbewegungen der Bürgerrechtsbewegung, die entscheidend für die Mobilisierung der Gesellschaft und den Erfolg der Friedlichen Revolution waren. In Erinnerung an diesen historisch wichtigen Tag kamen in der Schlossanlage Schönhausen im Berliner Bezirk Pankow einige der Bürgerrechtler/innen der unterschiedlichen Gruppierungen von damals wieder zusammen.
Ein historischer gelbgrüner Bahnwaggon der zweiten Klasse steht auf einem Gleis. Auf dem Bahnwaggon ist das Logo des Jubiläumsjahres mit dem Schriftzug "Deutschland ist eins: vieles" zu sehen.
28. September:
Ausreise der „Botschaftsflüchtlinge“ von Prag in die Bundesrepublik Deutschland
Die Ausreise- und Fluchtbewegung trug entscheidend zur Destabilisierung der SED-Diktatur bei. Im September 1989 verkündete der Bundesminister des Auswärtigen Hans-Dietrich Genscher, dass die Ausreise von Prag über DDR-Gebiet in die Bundesrepublik Deutschland möglich sei. Zum Gedenken an diesen besonderen Tag reisten ehemalige Botschaftsflüchtlinge in einem historischen Zug von Dresden nach Prag.
Vor dem beleuchteten Kirchenportal der Gethsemanekirche in Berlin halten Menschen Papierlaternen in einer Hand.
9. Oktober:
Montagsdemonstration in Leipzig
Der 9. Oktober 1989 war der „Tag der Entscheidung“. An diesem Tag demonstrierten etwa 70.000 Menschen in Leipzig. Das ganze Land schaute atemlos nach Leipzig, doch entgegen aller Befürchtungen kam es nicht zur gewaltsamen Auflösung der Demonstration. Dieses bedeutenden Moments wurde auch in der Berliner Gethsemanekirche gedacht, in deren Schutz viele Solidaritätsbekunden stattgefunden hatten.
In einem Fernsehstudio sitzen Menschen an Tischen und schauen auf einen großen Bildschirm. Auf dem Bildschirm wird ein Mann interviewt.
9. November:
Öffnung der innerdeutschen Grenze
Die ikonischen Bilder von freudetaumelnden Menschen in der Nacht des 9. November 1989 in Berlin sind vielen Menschen präsent. Dieser historische Meilenstein wurde in Form eines interaktiven Talk-Formats gewürdigt, dem „längsten Gespräch Deutschlands“. Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze fanden zahlreiche Gespräche über das Erleben des Mauerfalls sowie die Freuden und Herausforderungen, die er mit sich brachte, statt.
Von Hof bis Ratzeburg erzählen 30 Menschen ihre Geschichten aus dem Grenzgebiet. Auf der Veranstaltungswebseite können Sie alle Interviews des „längsten Gesprächs Deutschlands“ nochmal anschauen.
Eine Gruppe von Menschen steht vor der Bösebrücke am ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße in Berlin. Einige halten Regenschirme mit dem Logo des Jubiläumsjahres in der Hand.
09.11.2019
Treffen mit Bürgerrechtler/Innen
„Der Mensch vergisst. Damit er das nicht tut, brauchen wir Zeitzeugen“. Diesem Motto folgend fand am 9. November ein Mittagessen statt, bei dem sich internationale Bürgerrechtler als Zeitzeugen mit jungen Studierenden des Studiengangs „Public History“ an der FU Berlin und mit Jugendreportern austauschten.
2020
Für eine Pressekonferenz nach der Volkskammerwahl 1990 haben sich Kamerateams aufgestellt. Am linken Bildrand ist Lothar de Mazière zu sehen.
18. März:
Erste freie und demokratische Volkskammerwahl in der DDR
Mit den Volkskammerwahlen 1990 trat die Friedliche Revolution in eine neue Phase: sie erhielt nun ein institutionelles Korsett. Die Forderung nach freien Wahlen gehörte stets zu den Kernforderungen von Opposition und Widerstand gegen die SED-Diktatur. Die Wahlen stehen als Symbol für die Einführung der repräsentativen Demokratie.
Eine lange Schlange von Menschen wartet vor einem Eckgebäude. Über dem Eingang steht ein Schild mit der Aufschrift "Stadt- und Kreissparkasse Görlitz".
1. Juli:
Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion
Die deutsche Einheit kam viel schneller als von vielen erwartet. Die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion (1. Staatsvertrag) war das Ereignis, das buchstäblich das Leben aller Ostdeutschen von einem Tag auf den anderen veränderte und nachhaltig beeinflusste. Die gewaltigen Herausforderungen, vor denen Ostdeutschland und die gesamte Bundesrepublik standen, führten zu einer einzigartigen politischen, sozialen und ökonomischen Transformation.
Die Außenminister Hans-Dietrich Genscher (Bundesrepublik Deutschland), DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière, Roland Dumas (Frankreich), Eduard Schewardnadse (UdSSR), Douglas Hurd (Großbritannien) und James Baker (USA) unterzeichnen den "Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland" in Moskau.
12. September:
Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrags
Die Herstellung der deutschen Einheit wäre ohne den Zwei-plus-Vier-Prozess nicht möglich gewesen. Zugleich war die Überwindung der Jalta-Nachkriegsordnung die Voraussetzung für das neue Europa. Der Meilenstein ist Anlass, den internationalen Kontext von Friedlicher Revolution und Deutscher Einheit zu thematisieren.
Eine große Menschenmenge steht auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude in der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit 1990 während eines Feuerwerks. Einige schwenken Deutschlandflaggen.
3. Oktober:
Tag der Deutschen Einheit
Der 30. Tag der Deutschen Einheit soll als ein für ganz Deutschland einendes Jubiläum begangen werden. Die Kommission wird in den kommenden Monaten Vorschläge für die Feierlichkeiten und das künftige Erinnern und Gedenken an Friedliche Revolution und Deutsche Einheit erarbeiten.